Geschichtswissenschaft in Halle

Droysen, Gustav

droysen Historiker * 10.4.1838 Berlin, † 11.11.1908 Halle.
Der Sohn des bekannteren Historikers Johann Gustav Droysen studierte zunächst in Jena und Berlin Jura und seit 1860 Philosophie und Geschichte in Göttingen, wo er 1862 promoviert wurde. Nach der Habilitation 1864 in Halle und einer außerordentlichen Professur in Göttingen wurde er 1872 als Ordinarius nach Halle berufen, wo er bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand 1902 die Neuere Geschichte vertrat. Droysens Hauptinteressengebiet war der Dreißigjährige Krieg. 1869/ erschien die Biographie Gustav Adolfs, 1877 eine Quellenedition von Schriftstücken des Schwedenkönigs, 1885 eine zweite große Biographie über Bernhard von Weimar. Seit 1874 gab er die Halleschen Abhandlungen zur neueren Geschichte heraus; 1893 legte er eine Geschichte der Gegenreformation vor. Darüber hinaus lag Droysens wissenschaftliche Bedeutung in der Öffnung der Geschichtswissenschaft zu den Nachbardisziplinen, als Herausgeber des Historischen Handatlas' (1896) wie als Leiter des Kupferstichkabinetts der Universität seit 1884. Postum erschien 1910 der erste Band einer Biographie seines Vaters, dem er sich in seinen letzten Lebensjahren mehr und mehr zugewandt hatte. (M.M.)

Literatur: NDB, Mitteldt. Lebensbilder

Geschichtswissenschaft in Halle (1871-1918)