Geschichtswissenschaft in Halle

Frauendienst, Werner

Historiker. *5.9.1901 Berlin, 24.8.1966 Mainz.
Frauendienst studierte von 1921 bis 1926 Geschichte, Germanistik, Geographie und Philosophie an der Universität Berlin. 1925 Promotion zum Dr. phil., 1926 wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes. 1932 habilitierte er sich an der Universität Greifswald für Neuere Geschichte, 1934 wurde er Legationssekretär in der Personal- und Verwaltungsabteilung des Auswärtigen Amtes, nebenberuflich war er Dozent an der Universität Berlin. 1938 wurde er zum ordentlichen Professor für Neuere Geschichte an die Universität Halle berufen. Ab April 1939 war er Mitglied des Sachverständigenbeirates des "Reichsinstitutes für Geschichte des neuen Deutschlands". Im Oktober 1939 zum Auswärtigen Amt eingezogen, arbeitete er in der Deutschen Informationsstelle. Aus den Archiven besetzter Staaten montierte er Publikationen, welche die Kriegsschuld dieser Länder belegen sollten. 1942 erhielt Frauendienst einen Ruf an die Auslandswissenschaftliche Fakultät der Universität Berlin, bis 1943 nahm er seinen Lehrstuhl in Halle vertretungsweise wahr. Im Oktober 1945 durch sowjetische Polizei verhaftet, war er bis 1950 in Zinna, Torgau und Buchenwald interniert. 1950 wurde er in Waldheim wegen "Unterstützung des Naziregimes" zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt, jedoch 1952 amnestiert. Im Februar 1953 erhielt er einen Forschungsauftrag an der Universität Halle, floh jedoch wenig später nach Westdeutschland. Von 1954 bis 1964 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Europäische Geschichte in Mainz, 1959 wurde er emeritiert. (H.E.)

Literatur
H. Eberle, Die Martin-Luther-Universität in der Zeit des Nationalsozialismus 1933-1945, Halle 2002, S. 369.

Hallische Historiker
Geschichtswissenschaft in Halle (1933 - 1945)